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RICHTER Consulting & Training
Doris und Dieter Richter
Bad Wörishofen

Betriebliches Knowhow für Unternehmer und Geschäftsführer - Betriebswirtschaft Tipp 6: Mahnwesen

„Wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf“, ein oft gehörter Spruch.
Wir fahren viele Kilometer mit dem Auto, um an einer Billigtankstelle preisgünstig zu tanken oder zu einem sog. Outlet-Store zu fahren, wo es angeblich alles billiger zu kaufen gibt.
„Geiz ist geil“ oder „Ich bin doch nicht blöd“ sind Werbesprüche, die alle im Grunde darauf abzielen, so wenig wie möglich Geld zu bezahlen oder immer auf´s Geld zu achten.
So weit so gut.

Aber wenn es um geschäftliche Gelder geht, ist plötzlich oftmals alles anders:

Die Rechnungsstellung erfolgt nicht direkt nach Leistungserbringung, sondern oft erst viele Tage später. Ich habe schon Handwerkerrechnungen nach 8 Wochen und später erhalten!

Für Ihre Rechnungen haben Sie möglicherweise von sich aus Zahlungsziele eingeräumt, oftmals 14 Tage oder mehr.
Sie wissen doch selbst aus Erfahrung, dass Rechnungen selten sofort bezahlt werden. Warum sollte ich da noch eine weitere Verzögerung der Zahlung von mir aus einräumen? Meine Leistung habe ich doch schon erbracht und auch schon meine Kosten dafür bezahlt!

Also ganz klar:
>Rechnungsstellung ohne Verzögerung
>kein Zahlungsziel einräumen (Ausnahme: es ist so mit dem Kunden verhandelt worden, um den Auftrag zu bekommen,
>ein funktionierendes Mahnwesen organisieren

Viele haben ein Mahnwesen im Betrieb, aber es funktioniert nicht. Dazu oft gehörte Gründe:
• wir kommen nicht dazu
• der Chef will selbst über die Mahnungen entscheiden (tut es aber dann nicht)
• wir verärgern nur unsere Kunden
• die Mahnsummen sind nicht hoch genug

Das sind alles keine stichhaltigen Gründe.
Es ist Ihr Geld, was da vergeudet wird, denn wenn Sie Kontokorrentkredit in Anspruch nehmen, kostet das hohe Zinsen, die Ihren Ertrag schmälern. Wenn nicht, schmälern Sie Ihre Eigenkapitalquote. Beides ist unnötig und vermeidbar.

Auch die Kunden bleiben Ihnen trotz Mahnung, glauben Sie es mir.
Und die wenigen Kunden, die möglicherweise wegen einer Mahnung gehen, haben sowieso immer nur Ärger gemacht. Also lassen Sie die getrost ziehen und sparen Sie sich Zeit und Nerven.

Die logische Konsequenz, ein funktionierendes Mahnwesen; d.h.

>Rechnungsstellung nach Leistungserbringung, ohne Zahlungsziel
>Erste Zahlungserinnerung nach 14 Tagen
>ernste Mahnung nach weiteren 14 Tagen mit Androhung der Abgabe an ein Inkassobüro(lediglich handverlesene Kunden werden telefonisch kontaktiert)
>bei Nichtzahlung innerhalb 10 Tagen wird so verfahren

Die sog. Offene Postenliste wird jede Woche geprüft und ist Grundlage der Mahnungen; die Summe der Außenstände ist so klein wie möglich zu halten.

Wenn Sie sich die Außenstände über Ihr Management-Informations-System (siehe Betriebswirtschaft Tipp 2) auflisten lassen, haben Sie auch gleichzeitig die Information, ob Ihr Mahnwesen funktioniert.

Ganz einfach.