Leistungsmöglichkeit
Wieder muss ich Ihnen eine Frage stellen: Hat Ihr Mitarbeiter alle Möglichkeiten, seine ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen? Kann er seine Leistung erbringen, weil Sie ihm alles dafür Notwendige zur Verfügung stellen?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn die Bedürfnisse der Mitarbeiter sind unterschiedlich. Schon deshalb ist es klug, anlässlich von Mitarbeitergesprächen nachzufragen, ob dieser etwas zur Ausführung seiner Arbeit vermisst. Hierbei denke ich aber nicht nur an Material, Werkzeuge, geeigneten und gut ausgestatteten Arbeitsplatz, EDV, Fahrzeuge oder Hilfsmittel usw.
Viel wichtiger ist ein Umstand, an den nur sehr wenige denken: Die Klarheit der Arbeitsanweisung. Erstaunlich, finden Sie nicht.
Wie oft hörte ich die Klage von Unternehmern: warum machen meine Mitarbeiter nicht, was sie tun sollen! Nähere Nachforschungen ergaben, dass die Mitarbeiter nicht wussten, was sie tun sollten und deshalb nichts taten, um nichts falsch zu machen.
Machen Sie selbst einen interessanten Versuch: verbinden Sie sich die Augen und laufen dann im Raum umher. Werden Sie geführt, haben Sie kein Problem zu laufen, wenn Sie Vertrauen in die führende Person haben. Verlieren Sie den Kontakt zu dieser Person und laufen allein im Raum, werden Sie unsicher und bleiben bald stehen. Dann kann Ihnen nämlich nichts passieren.
So ist das auch im übertragenen Sinne mit dem Mitarbeiter. Er wird Ihnen aber von sich aus sehr selten mitteilen, er wisse nicht, was er tun solle, denn das könnte als Unfähigkeit (= Versagen) gedeutet werden und ist für ihn abwertend. Deshalb sagt er lieber nichts, tut nichts, bleibt stehen und Sie wundern oder ärgern sich. Dabei ist der Grund klar und ganz leicht abzuändern: Klarheit der Arbeitsanweisung.
Jetzt wird auch noch mal klar, warum es vorteilhaft ist, manche wichtigen Prozesse aufzuschreiben. Damit hat der Mitarbeiter eine Orientierung, kennt sich aus, fühlt sich sicher und macht problemlos, was er tun soll.
Wieder mal KISS – ganz einfach.
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