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RICHTER Consulting & Training
Doris und Dieter Richter
Bad Wörishofen

Betriebliches Knowhow für Unternehmer und Geschäftsführer - Betriebswirtschaft Tipp 5: Erhaltung der Liquidität

Wir haben an anderer Stelle schon ausgeführt, dass die Liquidität die „geschäftliche“ Luft zum Atmen ist. Wenn keine Liquidität mehr vorhanden ist, die Konten total überzogen und die Kredite ausgeschöpft sind, dann muss Konkurs angemeldet werden, d.h. der Betrieb ist am Ende.
Das muss auf alle Fälle verhindert werden. Deshalb ist es erste Priorität des Unternehmers darauf zu achten, dass er immer zahlungsfähig bleibt.

Ein Unternehmer in Osteuropa hatte da eine eigene Philosophie: wenn ich kein Geld habe, sagte er, bekommen meine Mitarbeiter keinen Lohn. So handelte er dann auch.
Die Verhältnisse sind hierzulande Gottseidank anders.

Was also ist zu tun?

Mein Umsatz muss immer größer sein als meine Kosten. Das ist eine Binsenweisheit. Aber sie wird oft sträflich vernachlässigt.

Ein Beispiel: Sie haben eine Firma, die einen größeren Auftrag, ein Projekt, bekommen hat.
Dazu gehört:
>Sie müssen das Projekt planen. Es fallen also Arbeitsstunden für die Planung an.
>Sie müssen Material einkaufen. Dafür fallen Kosten an.
>Sie müssen möglicherweise zur Durchführung Maschinen kaufen oder mieten. Kosten entstehen.
>Es fallen Spesen für Übernachtung und Reise für Mitarbeiter an. Ebenfalls Kosten.
>Sie beginnen mit der Durchführung des Auftrags, der auf mehrere Wochen oder Monate angesetzt ist. Auch das geht nicht ohne Kosten.

Alles haben Sie bisher bezahlt, denn der Auftraggeber rechnet erst dann ab, wenn der Auftrag durchgeführt wurde. Das heißt, Sie haben in diesem Projekt bisher keinen Umsatz gemacht, aber schon größere Kosten gehabt.

Was ist vergessen worden? Der Zeitfaktor, das „Time-Lag“ zwischen Leistungserbringung durch Sie und Bezahlung durch den Auftraggeber.

Ein Friseur hat es da leichter: er schneidet die Haare und bekommt anschließend sofort sein Geld. Ein Taxifahrer fährt Sie und kassiert.

Die Discounter, also die Lebensmittel, Drogerie- und Bekleidungshausketten, machen das noch viel schlauer:
Sie lassen sich Waren liefern, vereinbaren eine Zahlungsfrist von z.B.90 Tagen mit den Lieferanten und haben die Ware schon verkauft, also das Geld in der Kasse, ehe sie die Rechnungen an die Lieferanten bezahlen müssen.
Können Sie sich vorstellen, welche Habenzinsen die Discounter kassieren, weil sie mit dieser Politik Millionen auf dem Konto haben, die sie anlegen können. So können sie auch die billigen Preise machen und schöpfen dennoch erhebliche Gewinne ab.

Was können wir daraus lernen?
Achten Sie immer darauf, dass sie nach Leistungserbringung durch Ihr Unternehmen auch möglichst zeitnah Ihr Geld bekommen.
Bei längerfristigen Projekten müssen Sie Anzahlungen und Zwischenrechnungen vereinbaren. Nur dann stimmt die Relation zwischen Leistungserbringung und Bezahlung.
Zahlungsziele, die Sie Ihren Kunden gewähren, sind für Sie teuer und meist unnötig, denn die Kunden zahlen doch nicht gleich.
Wenn Sie mit Kontokorrentkrediten arbeiten, aber Ihre offenen Rechnungen nicht anmahnen, dann verzichten Sie auf Ertrag und schädigen sich damit unnötigerweise selbst.

Wir werden dieses Thema im nächsten Tipp noch ein wenig vertiefen.